Königstein (as) – Die 13 ist wahrlich keine schwarze Zahl gewesen für den Königsteiner
Benefizlauf. Ganz im Gegenteil: Sie strahlt in Gold. Die 13. Auflage der Sportveranstaltung
mit gutem Zweck hat am 26. April für neue Rekorde gesorgt. Am Lauftag waren mehr als
1.100 Menschen in und um den Kurpark aktiv, darunter eine noch nie dagewesene Zahl
von rund 470 Kindern und Jugendlichen.
Scheck mit Rekordsumme
Konsequent, dass die Organisatorinnen, die „Löwinnen“ des Lions Clubs Königstein Burg, jetzt bei der traditionellen Scheckübergabe im Königsteiner Rathaus eine neue Rekordsumme präsentieren konnten: 24.000 Euro – und damit noch einmal 2.000 Euro mehr als im damals schon rekordträchtigen Jahr 2025. Die Summe dürfen sich unter dem Hauptthema „Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ die beiden begünstigten Initiativen „Nummer gegen Kummer“ des Kinderschutzbundes im Hochtaunuskreis und der Frankfurter Verein zur Unterstützung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen je zur Hälfte teilen. Deren Vertreterinnen waren darüber bei der Spendenübergabe fast sprachlos vor Freude, bringt sie doch deren wichtige Arbeit in einem bisher kaum bekannten Umfang voran.
„In der heutigen Zeit ist es ein sehr gutes Thema und ich bin überzeugt, dass die Unterstützung
an der richtigen Stelle gelingt“, sagte die amtierende Clubpräsidentin Carola Fein-Just bei der Begrüßung zur kleinen Feierstunde. Ihre nächsten Worte waren die des Danks – an die Sponsoren, die direkt sehen könnten, wo ihre Gelder hingehen, an die zahlreichen Unterstützer, von denen die Stadt Königstein der größte ist. „Es ist so unkompliziert, den Lauf abhalten zu können. Ohne die Unterstützung wären wir nicht dort, wo wir heute stehen“, so die Präsidentin.
Den Dank gab Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko gerne zurück an die „Löwinnen“
für deren „tolle Arbeit, zum 13. Mal schon. Man merkt schon in der Vorbereitung, wie viel
Power und Esprit in dem Team steckt“. Dass es wegen der bevorstehenden Kurpark-Umgestaltung
noch einige offene Fragen zur Austragung des Laufs im Jahr 2027 gibt, ließ die Rathauschefin
nicht unerwähnt. Manche Bauarbeiten gingen vielleicht auch schneller, machte sie den Lions-Damen Hoffnung, „auf jeden Fall“ werde die Stadt Königstein den Benefizlauf weiterhin unterstützen.
Cheforganisatorin Ulrike Frech weiß als langjährige Activity-Beauftragte des Lions Clubs
ganz genau, wem zu danken ist: Sie überreichte Bilderrahmen mit individuell zum jeweiligen Empfänger passenden Fotos an die Bürgermeisterin, an den – für den Sport zuständigen
1. Stadtrat Jörg Pöschl und an die Vertreter der drei Gold-Sponsoren. Für die
hatte Frech auch noch – die eigentlich für die Kinder reservierten – Medaillen parat.
Der treueste unter ihnen ist seit der ersten Stunde des Laufs die Süwag. Deren Vertreter
Thomas Fösel, selbst eingefleischter Läufer und Teilnehmer, berichtete, dass in den 13
Jahren mehr als 500 Kollegen mitgelaufen seien, in diesem Jahr 23. Viele würden auch
die Möglichkeit nutzen, zu spenden und „virtuell“ an einem anderen Ort zu laufen.
Den Lauf in der Heimat ließ sich Stephan Köhler, der Geschäftsführer der Privatklinik
Dr. Amelung, nicht entgehen. Fünf Kilometer absolvierte er, also zwei Runden mit dem
steilen Anstieg am Schweizer Haus. „Ich finde, bei der Topografie haben wir uns die Medaille
verdient“, witzelte der Hobbyläufer. Erstmals im Kreise der Goldsponsoren war
Stefano Parisi, Geschäftsleiter von Kieser in Bad Soden, dabei. Auch am Lauftag war er
mit einem Stand im Kurpark, obwohl die Räume seines Gesundheitszentrums nach einem
Wasserschaden kurz zuvor geflutet worden waren. Er habe schon viele Volksläufe
beobachtet, aber keiner sei so wie der Benefizlauf in Königstein, der großen „Freizeitcharakter“
habe. „Die vielen Menschen, auch unsere Mitglieder, hatten viel Spaß.“ Einer seiner Kollegen sei aus Versehen sogar fünf Runden gelaufen und damit eine mehr als die eigentliche Maximaldistanz. Fit sind sie, die Leute bei Kieser ...
Das gilt genauso für die Frauen des Fitnessstudios „Fit4Women“: Sie sorgten am Lauftag
wieder für das Aufwärmprogramm, waren mit der größten Laufgruppe am Start und spendeten
wieder in vierstelliger Höhe. Auch die „Löwinnen“ selbst hatten mit einer größeren Einzelspende zum Rekordergebnis beigetragen.
Sinnstiftende Unterstützung
Und was machen die Begünstigten nun genau mit dem Geld? Bei der „Nummer gegen Kummer“ geht es in neue Ausbildungen für Berater am Telefon, denn die müssen 60 Stunden in vier Monaten absolvieren, um für die vertraulichen und mitunter belastenden Gespräche mit den jungen Menschen befähigt zu sein. Zudem werde in die Fortbildung und in die Supervision für Berater investiert, erklärten Hilke von Pelchrzim und Katharina Oester aus dem Vorstand des Kreisverbandes des Kinderschutzbundes. 38 Telefonberater gibt es zurzeit, im September wird eine neue Ausbildung beginnen.
Beim Frankfurter Verein, in dem die Mitglieder laut der Vorsitzenden Susanne Hansen fast komplett Mitarbeiter des Universitätsklinikums sind, geht die Spende ausnahmsweise
nicht direkt an die betroffenen Kinder. Man werde die Geschwisterkinder, die ganz maßgeblich
von der Diagnose – wie zum Beispiel Autismus in der Familie – betroffen seien, zu einer Freizeit einladen, bei der sie auch einmal unbeschwert und fern des Alltags einfach nur Kinder sein dürfen: Kinder ohne Sorgen!
Quelle: Königsteiner Woche, 17.Juli 2026
