Rennen für die „Nummer gegen Kummer“

Königstein Burg | 27. April 2026 | Esther Fuchs
Benefizlauf der Lions-Frauen kommt seelischer Gesundheit von Jugendlichen zugute.
Königsteiner Benefizlauf 2026
Die Lionsfrauen sind in ihren roten Sweatern gut erkennbar und kümmern sich | efx

Ein strahlend blauer Himmel spannt sich über den Königsteiner Kurpark, die Sonne glitzert durch das frische Grün. Es wird ein guter Tag. Er gehört der Bewegung, der Gemeinschaft und dem guten Zweck. Rund um die Villa Borgnis werden Startnummern an T-Shirts geheftet. Die fleißigen Frauen des Lions-Clubs Königstein Burg nehmen letzte Nachmeldungen entgegen. Ulrike Frech verkündet: „Wir haben so viele Kinderanmeldungen wie noch nie: 420! Wahnsinn!“ Dass das Hoch an diesem Tag auch zufälligerweise noch „Uli“ heißt, stellt sie lachend fest, bevor sie in der Menge verschwindet. Der 13. Königsteiner Benefizlauf ist bereit und wird wieder alle in den Kurpark locken.

Veranstaltet wird das große Familienevent vom Lions-Frauenclub. Die Stadt unterstützt dabei von Anbeginn an tatkräftig. Betriebshof, Veranstaltungsabteilung, zahlreiche weitere Bereiche des Rathauses sind eingebunden. Auch Vereine helfen mit. Der Förderverein der Grundschule in Schneidhain organisiert die Kuchentheke. Der Narrenclub grillt.

Der Lauf ist längst in der Region verankert. Auf der Bühne begrüßt HR-Moderatorin Christiane Rau. Schirmherrin und Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko, Erster Stadtrat und Sportdezernent Jörg Pöschl sind da. Burgfräulein Málva I. und Junker Nicholas stehen bei der Lions-Vorsitzenden Carola Feind-Just. Der Startschuss bricht in den klaren Himmel, als sich der Menschenstrom in Bewegung setzt, unter dem Startbanner hindurchfließt, hinein in die Fußgängerzone in Richtung Woogtal.

Menschen jeden Alters können mitsporteln. Die jüngsten sind im Kindergartenalter, älteste Teilnehmerin ist Margarete Hagedorn, die mit ihrer Familie die 2,5-Kilometer-Strecke ausgewählt hat. „Mit Walkingstöcken ist das gar kein Problem“, sagt sie voller Energie. Teile der Familie sind eigens aus Siegen angereist. Auch ungewöhnliche Teilnehmer fallen ins Auge: Florian Kluge, Stabsverbindungsoffizier des Kreisverbindungskommandos Hochtaunus, trägt in voller Montur 15 Kilogramm Marschgepäck auf dem Rücken. Auch Feuerwehrleute mit zusätzlicher Last sind wieder dabei. Sie schwenken Fahnen: „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Königstein.“

Vom Partnerschaftsverein Königstein-Faringdon sind Vereinsvorsitzender Christoph Scharr und andere auszumachen. Abseits der Strecke sorgt die Trommelgruppe „ImPuls“ aus Oberursel für Stimmung. „Fit4Women Königstein“ übernimmt das Aufwärmen.

Für die Kleinen gibt es Spielstationen, Glücksrad, Bastelangebote und Schminken. An Infoständen der unterstützten Hilfsprojekte informieren entsprechend engagierte Teams.

In diesem Jahr kommen die Spenden der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zugute. Unterstützt werden der Frankfurter Verein zur Förderung von psychisch erkrankten jungen Menschen sowie die „Nummer gegen Kummer“, die mit ihrer kostenlosen Hotline 116 111 täglich Hilfe bietet.

Gerade nach den Belastungen der vergangenen Jahre ist der Bedarf enorm, ist hier zu erfahren. Viele Kinder kämpfen mit Ängsten, Depressionen oder familiären Problemen, oft auch im Stillen. Projekte wie das Geschwisterprogramm für Kinder mit autistischen Geschwistern setzen genau dort an, wo Unterstützung besonders dringend gebraucht wird.

Das stetige Kommen und Gehen der Läuferinnen und Läufer lässt immer wieder Applaus aufbranden.

Dass dieser Tag ein voller Erfolg wird, ist auch den zahlreichen Sponsoren zu verdanken. An der Spitze stehen SÜWAG, Privatklinik Dr. Amelung und Kieser, flankiert von vielen weiteren Partnern und Förderern.

Quelle: Taunuszeitung vom 28.04.2026